Servus,
Figma hat verändert, wie ich arbeite. Nicht ein bisschen, sondern grundlegend. Und das liegt nicht daran, dass es hübscher ist als Photoshop. Es liegt daran, dass es Zusammenarbeit überhaupt erst möglich macht.
Für Teams, die Design ernst nehmen, ist Figma mittlerweile fast unverzichtbar. Hier ist, wie ich es nutze.
Warum Figma anders ist
Bei Photoshop oder Illustrator arbeitest Du mit Dateien. Du machst eine Version, speicherst sie, schickst sie per E-Mail. Der Kunde macht Anmerkungen, schickt die Datei zurück. Du machst eine neue Version. Und so weiter.
Bei Figma arbeitest Du in der Cloud. Es gibt keine Dateien, die hin und her geschickt werden. Es gibt einen Link. Der Kunde öffnet den Link und sieht das Design. Er kann Kommentare hinterlassen. Du kannst live ändern, während er zuschaut.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Es ist keine. Es verändert alles.
Der Workflow, der funktioniert
Schritt eins: Ich setze ein neues Projekt in Figma auf. Klare Struktur, klare Benennung. Nichts ist nerviger als ein Figma-Projekt, in dem niemand etwas findet.
Schritt zwei: Ich baue ein Design System. Farben, Schriften, Komponenten. Alles, was wiederverwendet wird, wird einmal definiert. Danach nie wieder von Hand erstellen.
Schritt drei: Ich designe die Seiten. Mit den Komponenten aus dem System. Wenn ich eine Änderung an einem Button mache, ändert sich der Button überall. Nicht manuell, automatisch.
Schritt vier: Ich teile den Link mit dem Kunden. Er kann kommentieren, direkt im Design. Kein Telefonieren, kein E-Mail-Ping-Pong. Er klickt auf eine Stelle und schreibt, was er denkt.
Schritt fünf: Ich setze die Änderungen um. Der Kunde sieht das in Echtzeit, wenn er will. Oder er schaut später nochmal rein.
Schritt sechs: Developer Handoff. Der Entwickler kann sich alle Abstände, Farben, Schriften selbst rausholen. Keine Spezifikationen mehr von Hand schreiben.
Design Systems, die sich lohnen
Ein Design System ist eine Sammlung wiederverwendbarer Komponenten. Buttons, Eingabefelder, Karten, Navigation. Einmal gebaut, überall verwendet.
Das spart unfassbar viel Zeit. Nicht beim ersten Projekt, aber bei jedem danach. Wenn der Kunde einen neuen Bereich auf der Website will, baue ich ihn aus bestehenden Komponenten. In Stunden, nicht in Tagen.
Für KMUs lohnt sich ein vollständiges Design System nicht immer. Der Aufwand ist hoch, und wenn die Website nur fünf Seiten hat, amortisiert er sich nicht.
Aber ein Basis-System lohnt sich fast immer. Farben, Schriften, ein paar grundlegende Komponenten. Das ist in zwei Stunden aufgesetzt und spart bei jedem Projekt Zeit.
Zusammenarbeit mit Kunden
Der größte Vorteil von Figma ist die Zusammenarbeit. Kunden können Designs sehen, ohne Software zu installieren. Sie können kommentieren, ohne Design-Tools zu verstehen.
Ich schicke einen Link, der Kunde öffnet ihn im Browser, fertig. Er sieht genau das, was ich sehe. Keine Versionsverwirrung, keine Kompatibilitätsprobleme.
Kommentare sind direkt im Design verortet. Der Kunde klickt auf eine Stelle und schreibt dazu. Ich sehe genau, was gemeint ist. Kein "das Ding da oben rechts, nein, nicht das, das andere".
Das spart Abstimmungszeit. Massiv. Was früher drei Feedback-Runden gebraucht hat, ist jetzt in einer erledigt.
Zusammenarbeit mit Entwicklern
Der Developer Handoff ist, wo Figma wirklich glänzt.
Früher habe ich Spezifikationen geschrieben. Abstände in Pixeln, Farbcodes in Hex, Schriftgrößen in Punkt. Stundenlange Arbeit, und trotzdem hat der Entwickler immer noch nachgefragt.
Jetzt inspiziert der Entwickler das Design selbst. Er klickt auf ein Element und sieht alle Werte. CSS-Code wird automatisch generiert. Er kopiert, fügt ein, fertig.
Das funktioniert nicht immer perfekt. Manchmal passt der generierte Code nicht. Aber es ist ein Ausgangspunkt. Besser als nichts, viel besser als händische Specs.
Was Figma kostet
Die Basisversion ist kostenlos. Für Einzelpersonen oder kleine Teams reicht das oft.
Die Professional-Version kostet 15 Dollar pro Person und Monat. Das ist der Sweet Spot für die meisten. Unbegrenzte Projekte, unbegrenzte History, Team-Features.
Für größere Teams gibt es die Organization-Version für 45 Dollar pro Person. Mit Admin-Features, SSO, und allem, was Konzerne brauchen.
Für KMU-Projekte nutze ich meistens die Professional-Version. Die Kosten teile ich nicht auf den Kunden um, das ist Teil meiner Infrastruktur.
Die Grenzen von Figma
Figma ist kein Alleskönner.
Für komplexe Bildbearbeitung brauchst Du weiterhin Photoshop. Figma kann Bilder zuschneiden und Filter drauflegen, aber für ernsthafte Retusche reicht es nicht.
Für Print-Design ist Figma ungeeignet. Es denkt in Pixeln, nicht in Millimetern. Es versteht keine Beschnittzugaben, keine CMYK-Farben. Für Flyer und Broschüren bleibe ich bei InDesign.
Für komplexe Illustrationen ist Illustrator besser. Figma kann Vektoren, aber nicht so gut. Für ein Logo reicht es, für eine komplexe Illustration nicht.
Der eigentliche Punkt
Figma ist kein Werkzeug, es ist ein Workflow. Es verändert, wie Design-Projekte ablaufen. Schneller, kollaborativer, transparenter.
Für Teams, die zusammenarbeiten müssen, ist es fast unverzichtbar. Designer und Entwickler, Agentur und Kunde, Intern und Extern. Alle arbeiten in derselben Umgebung, alle sehen dasselbe.
Das ist nicht nur effizienter. Es ist auch angenehmer. Weniger Missverständnisse, weniger Frust, bessere Ergebnisse.
Cheers,
Rafael