Moin,
ich werde manchmal gefragt, warum ich kein Team habe. Keine Agentur, keine Angestellten, nur ich. Die Frage klingt nach Zweifel, aber sie ist berechtigt.
Die ehrliche Antwort: Weil es so besser ist. Für mich, aber auch für Dich.
Der Weg hierher
Ich bin seit über 15 Jahren selbstständig. Nicht weil ich keinen Job gefunden habe, sondern weil ich keinen wollte. Zumindest keinen, bei dem jemand anderes bestimmt, wann ich aufstehe und woran ich arbeite.
Das klingt nach Freiheitsromantik, und ein bisschen ist es das auch. Aber es ist vor allem praktisch. Ich arbeite besser, wenn ich selbst entscheide. Bessere Ergebnisse, zufriedenere Kunden, zufriedenerer ich.
Am Anfang war das wackelig. Die ersten Jahre als Freelancer sind für niemanden einfach. Kundenakquise, Unsicherheit, die Frage, ob das alles überhaupt funktioniert. Es hat funktioniert. Aber nicht, weil ich besonders mutig war. Sondern weil ich stur war.
Was das für Dich bedeutet
Wenn Du mit mir arbeitest, arbeitest Du mit mir. Nicht mit einem Praktikanten, der meine E-Mails beantwortet. Nicht mit einem Projektmanager, der Deine Anforderungen weitergibt. Mit mir.
Das hat Vorteile. Die Kommunikation ist direkt. Kein Stille-Post über drei Ebenen. Wenn Du etwas sagst, kommt es an. Wenn ich etwas sage, meine ich es.
Die Verantwortung ist klar. Wenn etwas gut läuft, bin ich zuständig. Wenn etwas schiefgeht, auch. Es gibt niemanden, auf den ich zeigen kann. Das macht mich sorgfältig.
Die Kosten sind niedriger. Ich habe keinen Overhead, den ich auf Dich umlegen muss. Keine Büroräume in der Innenstadt, keine Manager, keine Meetingräume. Was ich spare, sparst Du auch.
Die andere Seite
Natürlich gibt es auch Nachteile. Wenn ich krank bin, liegt Dein Projekt. Wenn ich im Urlaub bin, antworte ich nicht. Es gibt keinen Kollegen, der einspringt.
Für zeitkritische Projekte kann das ein Problem sein. Wenn Du einen festen Termin hast, der nicht verschiebbar ist, ist das Risiko höher als bei einer Agentur.
Meine Lösung: Ich habe ein Netzwerk. Kollegen, die einspringen können, wenn es sein muss. Das ist nicht so nahtlos wie bei einer Agentur, aber es ist auch nicht so, dass Du auf dem Trockenen sitzt.
Und ich plane Puffer ein. Wenn Du sagst, der Termin ist in sechs Wochen, plane ich für vier. Dann ist Spielraum für Unvorhergesehenes.
Warum keine Agentur
Ich habe mal überlegt, zu wachsen. Team einstellen, Büro mieten, Agentur aufmachen. Ich habe es nicht getan.
Nicht weil ich nicht könnte. Sondern weil ich nicht will. Eine Agentur zu führen ist ein anderer Job. Weniger Design, mehr Management. Weniger Projekte, mehr Personal. Das ist nicht, warum ich das hier mache.
Ich mache das, weil ich gerne gestalte. Weil ich gerne Probleme löse. Weil ich gerne direkt mit Kunden arbeite. Eine Agentur würde mich davon wegbringen.
Außerdem: Die besten Projekte entstehen, wenn einer den Hut aufhat. Nicht ein Komitee, das Kompromisse macht. Einer, der entscheidet, der verantwortlich ist, der das Ergebnis trägt.
Der eigentliche Punkt
Selbstständigkeit ist nicht für jeden. Aber für mich ist es der richtige Weg. Und für viele meiner Kunden auch.
Wenn Du einen Dienstleister willst, der Dein Projekt persönlich nimmt, bin ich richtig. Wenn Du jemanden willst, der rund um die Uhr erreichbar ist und ein Team im Rücken hat, vielleicht nicht.
Ich sage das nicht, um abzuschrecken. Ich sage das, um ehrlich zu sein. Die richtige Erwartung am Anfang erspart Frust später.
Und wenn wir zusammenpassen, dann wirst Du merken: Ein Freelancer, der seinen Job ernst nimmt, ist manchmal besser als eine Agentur mit zehn Leuten.
Cheers,
Rafael