Wenn der Wert entkoppelt: Warum das per-Seat-Modell unter Druck steht

Rafael Alex
5 min Lesezeit

Das per-Seat-Modell von SaaS hat ein strukturelles Problem. Nicht weil KI-Agenten es über Nacht zerstören – sondern weil Wert und Nutzeranzahl sich langsam voneinander lösen. Das ist kein Hype-Argument. Das ist eine echte Verschiebung in der Logik, nach der Software bepreist wird.

Salesforce macht 41,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz und muss trotzdem auf einem Earnings Call erklären, warum das Geschäftsmodell noch funktioniert. CEO Marc Benioff hat den Begriff "SaaSpocalypse" mindestens sechsmal erwähnt. Das zeigt, wie stark der Druck gerade ist – nicht von der Technologie, sondern von der Erwartung der Investoren.

#Das eigentliche Problem ist die Preislogik

Stell dir vor, du kaufst zehn Lizenzen für ein CRM-Tool. Zehn Mitarbeiter nutzen es täglich. Dann kommt ein KI-Agent, der sieben dieser Aufgaben automatisch erledigt. Du brauchst noch drei Lizenzen.

Der Anbieter hat genauso viel Wert geliefert – vielleicht sogar mehr. Aber du zahlst 70 Prozent weniger. Das ist das strukturelle Mismatch.

Das per-Seat-Modell funktioniert, solange Menschen die Arbeit machen. Jeder Mensch braucht einen Zugang, jeder Zugang kostet Geld. Die Gleichung ist einfach und skalierbar. Sobald aber ein Agent die Arbeit von zehn Leuten übernimmt, zahlt er trotzdem keine zehn Lizenzen.

#Benioff hat recht – und trotzdem fehlt etwas

Benioff sagt, er hat das schon früher erlebt. Cloud, Mobile, jede angebliche Todesspirale. Jedes Mal hieß es: Das alte Modell stirbt. Jedes Mal hat Salesforce sich angepasst.

Das stimmt. Die Unternehmensgeschichte gibt ihm recht. Salesforce hat bewiesen, dass es sich transformieren kann.

Aber "wir haben das schon überlebt" ist keine Antwort auf die strukturelle Frage. Es ist ein Argument für Resilienz, nicht für Stabilität des Modells. Dass ein Unternehmen überlebt, heißt nicht, dass sein Geschäftsmodell unverändert bleibt.

#Outcome-basierte Preismodelle sind keine Zukunftsmusik

Einige SaaS-Anbieter haben die Richtung schon verstanden. Stripe berechnet nach Transaktionsvolumen, nicht nach Nutzern. Twilio nach API-Calls. Snowflake nach verbrauchten Credits.

Diese Modelle koppeln den Preis an den tatsächlichen Wert – oder zumindest an die Nutzung. Das ist eine andere Logik als "wie viele Menschen sitzen am Rechner".

Salesforce selbst versucht gerade, mit Agentforce genau diese Lücke zu schließen. Der Ansatz: Unternehmen zahlen nicht für Seats, sondern für Aktionen, die KI-Agenten ausführen. Pro Conversation, pro abgeschlossenem Task. Das ist der richtige Schritt – aber es ist auch eine Wette, dass Kunden diesen Wandel mitgehen.

#Das Gegenargument: SaaS stirbt doch nicht

Manche sagen: Übertrieben. Unternehmen werden weiterhin SaaS kaufen. Der Mensch bleibt im Loop. Compliance, Kontrolle, Verantwortung – all das erfordert menschliche Nutzer.

Das stimmt zum Teil. Nicht jede Aufgabe wird automatisiert. Nicht jede Branche bewegt sich gleich schnell. Und ja, viele Unternehmen nutzen weiterhin viel SaaS, wie Benioff selbst sagt.

Aber das Argument geht am Punkt vorbei. Die Frage ist nicht, ob SaaS verschwindet. Die Frage ist, ob das per-Seat-Modell als Standardpreismodell überlebt. Und da bin ich skeptisch.

Selbst wenn 80 Prozent der Nutzer bleiben – der Druck auf die Logik ist real. Und Investoren rechnen das bereits ein.

#Was du konkret tun kannst

Wenn du gerade deinen SaaS-Stack evaluierst oder Budgets planst, lohnt sich eine einfache Übung:

Teile deine Tools in zwei Gruppen. Erste Gruppe: Alles, was du nach Seats bezahlst. Zweite Gruppe: Alles, was nach Nutzung oder Outcomes berechnet wird.

Dann frag dich für jedes Seat-basierte Tool: Was passiert mit dem Preis, wenn wir hier KI einsetzen? Sinkt die Nutzeranzahl? Sinkt der Wert für den Anbieter – oder nur deine Rechnung?

Tools, bei denen Wert und Nutzerzahl schon heute entkoppelt sind, werden unter Druck geraten. Entweder passen die Anbieter ihr Modell an – oder du verhandelst neu.

Für Anbieter gilt: Outcome-basierte Preismodelle sind kein nettes Feature mehr. Sie werden zur strategischen Notwendigkeit. Wer das jetzt durchdenkt, muss es später nicht unter Druck tun.

Die SaaSpocalypse kommt vielleicht nicht. Aber die Preislogik ändert sich trotzdem.



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