Moin,
Ich bin Rafael.
Ehemann, Papa von zwei wundervollen Kindern, Designer, Entwickler, Freelancer.
Wenn du wissen willst, wie jemand zu dem wird, was er macht, hilft es, ein paar Jahre zurückzugehen. Bei mir sind es über zwanzig. Also los.
Counter-Strike 1.6 und die Map Dust 2
Ich spiele Counter-Strike seit der ersten Beta, das war 1999. Damals noch als Half-Life-Mod, runtergeladen über ein 56k-Modem, das die Telefonleitung stundenlang blockiert hat, während meine Mutter versucht hat zu telefonieren.
Zwei Jahre später kam Dust 2, im März 2001 mit Counter-Strike 1.1, und die Map hat alles andere in den Schatten gestellt. Für Leute, die's nicht kennen, ist das einfach eine Map in einem Ego-Shooter. Für mich war es der Ort, an dem ein großer Teil meiner Jugend stattgefunden hat.
Gaming war mein Ding, und zwar nicht weil Schule nichts war, sondern weil ich vor dem Rechner echten Fortschritt gesehen habe. Klares Ziel, klares Ergebnis, besser werden war möglich. Das war in der Schule nicht immer so.
Ich habe in Clans gespielt, von ESL bis Faceit, und dabei war alles dabei: LANs, Scrims, Online-Turniere. Mein Gamertag war erst raf, dann rafo, dann raaaf, weil irgendwer den Namen immer schon hatte. Geblieben ist raaaf, bis heute.
Training, Matches, Demos analysieren. Welche Nade wohin, wer pusht wann durch die Mitte, wie klingt ein Schritt auf Holz im Vergleich zu Stein. Ab irgendeinem Punkt ging's nicht mehr ums Reagieren, sondern ums System dahinter.
Dann kam Photoshop
In einem Clan brauchst du zwei Sachen: eine Website und eine Forensignatur. Am besten animiert, mit Glow-Effekten und einem cleveren Spruch.
Ich hab angefangen, Sigs zu bauen. Erst für mich, dann für andere im Clan, irgendwann auch für Leute aus anderen Clans.
Irgendwann waren Sigs zu klein, und ich wollte ganze Seiten gestalten. Clanpages mit Header, Menü und Newsbereich, Photoshop-Layouts in einem Stil, der heute retro aussieht und damals modern war.
Gearbeitet habe ich mit Photoshop und Adobe Flash für die animierten Sachen, und Tutorials auf YouTube gab es damals noch nicht. Stattdessen Foren, Tutorial-Blogs und viel ausprobieren, Pixel nachbauen, bis man versteht, wie der andere es gemacht hat. Das war die Schule.
Die erste Website war über mich selbst
Dreamweaver, Tabellen-Layout, Spacer-GIFs. Heute zum Fremdschämen, damals pure Magie.
Die Site war nichts Besonderes, aber sie war meine. Und sie war der Beweis, dass ich das Ding von vorne bis hinten bauen konnte.
Parallel kamen kleinere Clanseiten, dann Logos, dann die Abizeitung für meinen Jahrgang, die ich komplett selbst gestaltet und druckreif gemacht habe. Kein Auftrag, kein Geld, einfach weil ich es konnte und Lust hatte.
Die ersten bezahlten Aufträge kamen bald danach, mit kleinen Stundensätzen und nichts, was sich vorzeigen ließ. Aber das war nicht der Punkt. Der Punkt war, dass jemand bereit war zu zahlen für das, was ich nachts eh gemacht hätte.
Abitur, Ravensburg, Hamburg, zurück nach Nürnberg
Abi gemacht, dann Studium, erst in Ravensburg bei Quelle, danach Hamburg an der HSBA bei Otto.
In Hamburg habe ich über einen Freund das erste Mal Agenturen von innen gesehen, mitgeholfen, zugeschaut und verstanden, wie Profis arbeiten. Hamburg war Schule, Nürnberg wurde danach Ernst.
Zurück in Nürnberg ging's in eine Agentur, und meine Aufgabe war, mit einem Kollegen den Digitalbereich aufzubauen. Keine Vorlage, keine Blaupause, nur die Ansage, dass das jetzt unser Ding ist. Ich habe viel gelernt in der Zeit, auch einiges, was man nicht in Kursen lernt.
Parallel lief noch ein Studium an der BAW, und dort habe ich Alex kennengelernt. Sie wurde meine Frau. Bestes Mitbringsel, das ich je aus einer Fortbildung hatte.
Danach bin ich in die Agentur gewechselt, in der sie arbeitete, machen.de, und das war das beste Team, das ich bis dahin hatte. Bis wir wachsen wollten und unser Chef nicht. Dann kam der Absprung.
Der Sprung in die Selbstständigkeit
Der Auslöser war ein Anruf. Ein Bekannter bei adidas brauchte Unterstützung für ein Projekt und fragte, ob ich mir das als Freelancer vorstellen kann.
Ich hab gedacht, mit adidas im Rücken habe ich einen sicheren Kunden, und damit kann ich es zu hundert Prozent probieren. Also hab ich's gemacht.
Nach kurzer Zeit wurde das Projekt eingestellt. Adidas weg, Plan weg. Aber ich hatte die Eier, es trotzdem weiter zu probieren, und habe mich Stück für Stück hochgearbeitet.
Die Stationen danach
Ein paar Jahre Freelancer, dann zu adorsys, um ein Designteam aufzubauen. So war zumindest der Plan.
Stattdessen bin ich ein paar Jahre in das erste B2C-Großprojekt der DATEV gerutscht. Kein Designteam, ein Großkunde. Man landet nicht immer da, wo der Vertrag es verspricht, und manchmal ist das schlecht, hier war's okay.
Danach kam das Startup meiner Frau, Matchmanao. Für die eigene Familie zu bauen ist anders als für Kunden, weil es persönlicher ist, dünnhäutiger, weniger Feierabend. Dafür bleibt was zurück, das man nicht einfach in ein PDF schreiben kann.
Dann nochmal zurück zu adorsys, weil's vorher schon gut war und das Team gestimmt hat. Wieder Design, unter anderem die adorsys-Website komplett neu gebaut. Ein paar Jahre, solide Arbeit, nichts Spektakuläres.
Der Moment, an dem sich das gedreht hat, war unspektakulär: Anfang letzten Jahres, drei Uhr morgens am Flughafen. Meine Schwester, mein Schwager und deren Sohn wollten fliegen, und ich hab sie hingebracht.
Zurück zuhause wollte ich nochmal schlafen, aber es ging nicht. Dafür war es ruhig, niemand wollte was von mir, und irgendwann in dieser Stunde, in der ich einfach da lag und meinen Gedanken freien Lauf gelassen habe, kam es: Ich funktioniere im Angestelltenverhältnis, aber glücklich werde ich so nicht, weil ich nicht hundert Prozent frei bin.
Das war's. Kein Streit, keine Kündigung mit Knall, nur eine leise Stunde und eine ehrliche Antwort auf eine Frage, die ich mir vorher nie so konkret gestellt hatte.
Jetzt wieder das, womit alles angefangen hat: Freelancer. Nur diesmal mit fünfzehn Jahren mehr Erfahrung, einem Netzwerk, das trägt, und der Klarheit, dass es das Richtige ist.
Was geblieben ist
Die Werkzeuge haben sich geändert: Dreamweaver, Flash, Photoshop, Sketch, WordPress, Figma, React, Terminal, heute KI. Das Muster darunter ist gleich geblieben.
Zuhören, verstehen, was jemand wirklich braucht, und dann machen.
Gerade baue ich zwei eigene Apps.
events.rafaelalex.de macht Schluss mit dem WhatsApp-Chaos bei jeder Feier: Zusagen, Mitbring-Listen, Fahrgemeinschaften, Fotos, alles an einem Ort, ohne dass die Gäste einen Account brauchen. Für Geburtstage, Vereine, Teamevents und Hochzeiten, entstanden aus dem Frust, den jeder kennt, der schon mal fünfzig Leute koordiniert hat.
zeit.rafaelalex.de ist Zeiterfassung und Abrechnung für Selbstständige, gedacht für die, die jedes Mal beim Rechnungschreiben das Gefühl haben, Stunden vergessen zu haben. Mehrere Kunden, Stundensätze, Festpreise, Retainer, alles an einem Ort statt in fünf Excel-Dateien. Kanban für Projekte, Ausgaben mitgetrackt, Export für den Steuerberater, und gehostet in Deutschland.
Beide entstehen gerade, beide mit KI im Cockpit, und ich lerne dabei enorm viel. Vor allem, wie schnell man heute bauen kann, wenn man weiß, was man will. Ideen, die morgens im Kopf auftauchen, abends im Browser laufen zu sehen. Dafür habe ich früher Wochen gebraucht, heute reicht ein guter Tag.
Genau wie damals im Clan, nur dass die Map heute anders heißt.
Cheers,
Rafael
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Kein Verkaufsgespräch, kein Agentur-Prozess. 15 Minuten, ehrliche Einschätzung. Wenn ich helfen kann, sag ich es. Wenn nicht, auch.
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Rafael Alex
Designer & Entwickler · Fürth